

Waldbaden mit Hund – die Kraft des Waldes

Waldbaden hat seine Wurzeln im japanischen Shinrin Yoku –
dem bewussten Eintauchen in die Atmosphäre des Waldes.
Für mich bedeutet das weit mehr als einen entspannten Spaziergang im Grünen.
Der Wald besitzt ein eigenes Klima. Licht, Temperatur, Luftfeuchtigkeit, natürliche Geräusche und Gerüche wirken zusammen mit den Pflanzenstoffen, die Bäume an ihre Umgebung abgeben. Zu diesen flüchtigen Stoffen gehören unter anderem Terpene, die wir mit der Waldluft aufnehmen. Die Forschung zum Shinrin Yoku beschäftigt sich damit, wie diese besondere Umgebung unter anderem mit Stressregulation, Stimmung, Anspannung und psychischem Wohlbefinden zusammenhängt.
Der Wald wird damit nicht zur bloßen Kulisse. Er ist ein wesentlicher Teil des Waldbadens.
Was für uns Menschen gilt, interessiert mich auch beim Hund
Auch unsere Hunde sind Belastungen ausgesetzt.
Ihr Alltag ist weitgehend von unserer menschlichen Welt bestimmt: Reize, Geräusche, Erwartungen, Veränderungen, Unsicherheiten und manchmal auch Ängste gehören für viele von ihnen dazu.
Beim Waldbaden mit Hund geht es mir deshalb nicht darum, einen schönen Spaziergang anzubieten oder am Verhalten eines Hundes zu arbeiten. Es geht um seine mentale Ebene.
Auch ein Hund nimmt das besondere Klima des Waldes, Gerüche, Pflanzenstoffe, Geräusche und andere natürliche Reize mit seinen Sinnen wahr. Diesen Raum möchte ich bewusst nutzen, um ihm Möglichkeiten für Ruhe, Entlastung und ein Heraustreten aus alltäglichen Belastungen zu geben.
Nicht als Training.
Nicht als Erziehung.
Und nicht mit dem Anspruch, Ängste oder andere Probleme zu behandeln.
Sondern als einen Weg, auch dem Geist des Hundes Ruhe zu ermöglichen und sein
mentales Wohlbefinden in den Mittelpunkt zu stellen.
Achtsamkeit – für mich der Kern des Waldbadens
Achtsamkeit bedeutet für mich zunächst, sich selbst wahrzunehmen.
Das eigene Tempo, Gedanken, Anspannung, Bedürfnisse und Grenzen.
Sie bedeutet ebenso, den eigenen Hund wahrzunehmen.
Nicht danach zu fragen, ob er gerade funktioniert oder unseren Erwartungen entspricht, sondern ihn
als eigenständiges Lebewesen zu sehen und aufmerksam dafür zu werden, was er uns zeigt.
Und schließlich bedeutet sie, die Natur wahrzunehmen, in der wir uns bewegen.
Der Wald ist kein Veranstaltungsraum, den wir für ein paar Stunden benutzen.
Er ist ein komplexer Lebensraum, den wir mit unzähligen Tieren, Pflanzen, Pilzen und Insekten teilen. Rücksicht, Respekt und ein bewusster Umgang mit diesem Lebensraum gehören
deshalb für mich selbstverständlich zum Waldbaden.
Achtsamkeit für sich selbst. Achtsamkeit für seinen Hund. Achtsamkeit für die Natur.
Genau diese drei Ebenen möchte ich beim Waldbaden mit Hund miteinander verbinden.
Kein Spaziergang. Kein Hundetraining. Ein anderer Blick.
Beim Waldbaden geht es nicht darum, eine bestimmte Strecke zurückzulegen oder
den Hund möglichst lange schnüffeln zu lassen.
Ebenso wenig geht es um Erziehung, Training oder darum, vermeintliche
Verhaltensprobleme zu korrigieren.
Wir verändern vielmehr bewusst die Art, wie wir uns im Wald bewegen und wie wir wahrnehmen. Dafür können unterschiedliche achtsame Impulse und Erfahrungen Raum bekommen –
für den Menschen, für den Hund und für das gemeinsame Erleben.
Mein Waldbaden mit Hund soll einen Raum schaffen, in dem Mensch und Hund aus Belastung und innerer Unruhe herausfinden, zur Ruhe kommen und wieder bewusster wahrnehmen können – sich selbst, einander und die Natur, deren Teil wir sind.